Leitfaden

In welcher Form soll die Konfi-Zeit bei uns stattfinden?

Übersicht über Formen der Konfirmandenarbeit

Die folgende Übersicht beschreibt kurz unterschiedliche Arbeitsformen in der Konfirmandenarbeit. Am häufigsten werden die unterschiedlichen Elemente miteinander gemischt.

Die wöchentliche Konfi-Stunde 

oft 90 min., bisweilen auch 60 min., in der Regel wegen der bestehenden Regelungen mit den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz dienstags nachmittags.

Blocktage oder -halbtage

Dauer entweder 3-4 Zeitstunden (ca. 2 x 1 ½ Stunden + Pausen) oder 6-8 Zeitstunden (incl. Pausen), meist freitagabends oder samstags, ent­weder als überwiegende Arbeitsform oder als Ergän­zung zu anderen Arbeitsformen, in der Anfangsphase, zur Vorbereitung von Gottesdiensten oder besonderen Aktionen; in der Regel mit einem Team. 

Konfi-Tage 

Dauer meist 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr oder 18.00 Uhr an einem Samstag, oft als ergänzende Arbeitsform in einer oder mehreren Gemeinden bzw. als eine besondere Aktionsform mit Eventcharakter für das ganze Dekanat; 

getragen von einem Team (Hauptamtliche, erwach­sene und/oder jugendliche Ehrenamtliche); bei dekanats­weiten Angeboten unter Beteiligung von Haupt- und Ehrenamtlichen aus Gemeinden und hauptamtlichen Pädagoginnen oder Pädagogen aus dem Dekanat.

Konfi-Freizeiten bzw. Seminare 

als Wochenende in der Gemeinde (mit oder ohne 

Übernachtung) oder außerhalb in einem Freizeit­haus, dann mit Übernachtungen, mit Schulbefreiung auch an Wochentagen; erforderlich ist immer ein Team.

Ferienkurs 

Die Konfirmandengruppe fährt in den Schulferien in der Regel für fünf bis zehn Tage in ein Zeltlager oder ein Freizeitheim. Wesentliche Teile des Unter­richts werden auf diesen Zeitraum konzentriert. Thematische Angebote und freizeitpädagogische Aktivitäten sind beim Ferienkurs eng miteinander verbunden. Erforderlich sind ein genügend großes Team und entsprechende Finanzmittel. 

Konfi-Camp

Als Konfi-Camp werden unterschiedliche Formen bezeichnet: Zum einen gibt es längere Camps, die ähnlich wie Ferienkurse verlaufen, zum anderen kurze Konfi-Camps mit max. 2 Übernachtungen, die eher Eventcharakter haben. In der Regel finden sie als Zeltlager statt und werden regional organisiert (oft ein ganzes Dekanat). Auch hier wird eine vielfältige Mischung aus spirituellen Elementen und Gottesdiensten, thematischen Einheiten, Workshops und erlebnispädagogischen Aktionen angeboten. Phasen, in denen Gemeindegruppen unter sich bleiben, wechseln sich ab mit Großgruppen-Aktivi­täten und gemischten Kleingruppen. Ein großes Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen ist dazu die Voraussetzung. Häufig beteiligen sich konfirmierte Jugendliche gern als Teamerinnen und Teamer.

Konfi-Kurs-System 

Verschiedene Hauptamtliche bieten für die Konfi-Zeit thematische Kurse zu frei vereinbarten Zeiten und mit klar umrissener Dauer an. Die Jugendlichen bekommen ein Heft mit der Beschreibung sämt­licher Kursangebote. Daraus wählen sie eine vorgeschriebene Anzahl aus und melden sich verbindlich dafür an. Damit eine Auswahl möglich ist, müssen etwas mehr Kurse angeboten werden als für die Größe der Konfi-Gruppe mindestens notwendig sind. Kurse finden öfters parallel statt. Bei der Gestaltung der Kurse sind vielfältige Kombi­nationen möglich, z.?B. mit Exkursionen und Praktika in diakonischen Einrichtungen, Weltläden, Jugendarbeits- oder anderen Gemeindeangeboten. Es ist auf jeden Fall ein Team notwendig. Die Arbeitsform eignet sich gut für eine Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg und?/?oder mit externen Einrichtungen.

Konfi 3/8 bzw. 4/9 

In einigen Landeskirchen gibt es Konfirmandenarbeit nach dem Modell „ Konfi im 3. und im 8. Schuljahr“. In der EKHN soll die Konfirmandenarbeit im 7. und 8. Schuljahr stattfinden; Ausnahmen sind möglich. Nach dem Modell „KU 3/8“ gibt es einen ersten, kürzeren Teil der Konfi-Arbeit im dritten bzw. ­im vierten Schuljahr. Der Unterricht findet größtenteils in Kleingruppen statt, die von Eltern geleitet werden. Die Vorbereitung der Erwachsenen wird von Pfarrerinnen und Pfarrern übernommen und ist Teil eines Gemeindeaufbaukonzeptes. Die Kinder treffen sich mit der Pfarrerin/dem Pfarrer außerdem zu Großgruppentreffen und Gottesdiensten. Themen von „Konfi 3“ sind häufig die beiden Sakramente Taufe und Abendmahl und oft auch das Kirchenjahr. Daneben gibt es auch Gemeinden, in denen die Treffen mit den Kindern nicht von Eltern, sondern von Pfarrerinnen und Pfarrern oder Gemeinde­pädagoginnen und Gemeindepädagogen durch­geführt werden. Der Schwerpunkt der Konfirmanden­arbeit bleibt aber weiterhin im 8. bzw. 9. Schuljahr und findet in der örtlich üblichen Form statt.

Konfi-Nacht

Eine Konfi-Gruppe oder mehrere, oft aus benach­barten Gemeinden, treffen sich einmalig in ihrer Konfi-Zeit meist freitagabends bis samstagmorgens in einer Kirche. Eine ausgesuchte Thematik prägt alle Angebote. Die Besonderheit des Treffens in der Nacht wird zelebriert. Es gibt unterschiedliche Workshops zum Thema, dazu gottesdienstliche und liturgische Elemente, z.B. Mitternachtsandacht mit Kerzen, eine Taizé-Liturgie, regelmäßige „Stunden­gebete“. Außerdem sind bei passendem Außengelände freizeit- und erlebnispädagogische Elemente wie Stockbrot-Feuer, Fackelwanderungen, Nacht-Geländespiele oder bei entsprechenden Räumen Sportangebote und Filme möglich. Vor ­oder mit dem Frühstück endet das Treffen.

Praktika

Die Jugendlichen absolvieren während ihrer Konfi-Zeit zusätzlich bzw. zeitweise anstelle eines kontinuierlichen Unterrichts ein zeitlich begrenztes Praktikum in gemeindlichen und/oder diakonischen Einrichtungen. Sie befassen sich schwerpunktmäßig mit einem Aspekt des Gemeindelebens in Form von Hospitation oder arbeiten für eine begrenzte Zeit mit. Abschließend wird – in Einzel-, Partner- oder Kleingruppenarbeit – ein Praktikumsbericht, eine Wandzeitung, Foto-Story oder ein Beitrag für den Gemeindebrief erstellt.

Projekte und Aktionen

Für einen bestimmten Zeitraum (z.B. 3–4 Wochen) treffen sich Konfirmandinnen und Konfirmanden in einer Kleingruppe zur Bearbeitung eines speziellen Themas, das sie in Absprache mit den Unterrichtenden selbst ausgesucht haben. Das kann eine Recherche und Dokumentation sein (z.B. Besuch bei anderen christlichen Konfessionen am Ort), ein künstlerisches Projekt (z.B. Videofilm über ein selbst gewähltes Thema), eine Befragung (z.B. von engagierten Ehrenamtlichen), eine handwerkliche Arbeit (z.B. einen Stand bauen für das Gemeindefest), eine Gestaltungsaufgabe (z.B. ein Thema der Konfirmandenarbeit für den Schaukasten aufbereiten), ein Artikel für den Gemeindebrief (z.B. Interviews im Seniorenheim). In manchen Gemeinden gehört dazu auch die Gestaltung eines Weihnachtsspiels oder ein von Jugendlichen vorbereitetes Abendessen für die Eltern. Die Projektphase endet in der Regel mit einer Präsentation (Gottesdienst, Fest, Gemeindeausstellung), dadurch wird die Rückbindung an die Gesamtgruppe und an die gemeindliche Öffentlichkeit hergestellt. Eine Aktion könnte ein Straßeninterview oder eine Werbeaktion für eine Gemeindeveranstaltung oder eine Geldsammlung für einen guten Zweck sein,vielleicht auch ein Straßentheater oder ein Flashmob.

Konfi-Pass

Der Konfi-Pass ist eine – auf die konkrete Gemeinde abgestimmte – Zusammenstellung von Mitmach-und Kennenlernangeboten aus den verschiedenen Bereichen des Gemeindelebens. Die Konfirmanden besuchen Gottesdienste und Gemeindegruppen, lernen die Mitarbeiter kennen und arbeiten auch mit. Der Konfi-Pass funktioniert ähnlich dem Lauf­zettel einer Stationenarbeit. Zusammen mit Kirchenvorstehern und Mitarbeitern helfen sie bei Baumaßnahmen rund um die Kirche, gehen mit Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes zu alten Menschen in der Gemeinde, helfen bei Veranstaltungen im Altenpflegeheim, in der Jungschar und beim Gemeindefest.

 

Hinweise auf Literatur und Praxisbeispiele zu den Formen der Konfirmandenarbeit.